Bogenhanf Pflege: So schafft ihr die perfekten Bedingungen für eure Sansevieria!

Als ich vor Kurzem meinen Pflegeartikel zu den Anthurien geschrieben habe, dachte ich mir: Bald ist es wieder Zeit für einen Blogbeitrag zu einer etwas dankbareren Pflanzengattung. Denn seien wir mal ehrlich: Egal, wie lange ihr euch schon mit Pflanzen beschäftigt – manchmal ist es doch auch einfach schön, sich nicht ununterbrochen um sie kümmern zu müssen, oder? 

Auch Pflanzenanfängern würde ich eher zu einer Gattung raten, die pflegeleicht ist, um das Frustrationspotenzial so gering wie möglich zu halten. Unter den Top 3 Pflanzen, die ich persönlich empfehlen würde, ist definitiv der Bogenhanf. Ich liebe ihn und möchte ihn in meiner großen Pflanzenfamilie nicht mehr missen müssen. Heute zeige ich euch also, welche Pflegeansprüche die Sansevieria stellt – so viel sei gesagt: Diese sind wirklich nicht hoch.

Keine Zeit, den Beitrag zu lesen? Hier könnt ihr auch mein Video ansehen:

1. Was ist der richtige Standort für den Bogenhanf?

Hier gibt es direkt mal eine Entwarnung: Der Bogenhanf ist bei seiner Standortwahl alles andere als anspruchsvoll. Während viele Pflanzen nur an einem hellen Platz zurechtkommen, hält es der Bogenhanf auch an einem dunkleren Standort aus. Doch Achtung: Damit ist nicht das Badezimmer ohne Fenster gemeint. Ganz ohne Licht überlebt keine Pflanze. Vielmehr könnt ihr die Sansevieria auch in eine etwas dunklere Ecke stellen, ohne befürchten zu müssen, dass sie euch wegstirbt. Wenn ihr die perfekten Bedingungen schaffen möchtet, sollte der Bogenhanf jedoch hell bis halbschattig stehen. 

Die aus Südafrika stammende Pflanze bevorzugt außerdem einen warmen Platz bei etwa 22 Grad Celsius. Im Winter könnt ihr den Bogenhanf etwas heller stellen, damit er auch in der dunklen Jahreszeit genügend Licht abbekommt. Die Temperatur sollte dabei nicht unter 15 Grad Celsius fallen. 

Selbstverständlich könnt ihr für eure Sansevieria auch einen Platz auf eurem Balkon oder eurer Terrasse wählen. Achtet nur darauf, sie langsam an die Sonne zu gewöhnen, da es andernfalls zu unschönen Blattverbrennungen kommen kann.

Bogenhanf Pflege

2. Wie oft muss die Sansevieria gegossen werden?

Ganz ehrlich: Meinen Bogenhanf vergesse ich superhäufig zu gießen. Das liegt daran, dass sie bei mir als einzige Pflanzen im Schlafzimmer stehen und ich beim Gießen mit den Gedanken immer nur in meinem Wohnzimmer bin. Doch keine Sorge: Die Sansevieria verzeiht es euch und kommt auch ganz gut längere Zeit ohne Wasser klar. Dies liegt nicht zuletzt an ihren besonderen länglichen, dicken Blättern, welche die Feuchtigkeit lange speichern können. Im Sommer gieße ich ihn etwa alle zwei Wochen, im Winter nur alle sechs. Klappt prima!

Im Vergleich zu anderen Pflanzen ist der Bogenhanf übrigens auch nicht superempfindlich gegenüber kalkhaltigem Wasser. Besser ist jedoch auch Regenwasser beziehungsweise gefiltertes Wasser, weswegen ich mein Gießwasser auch hier immer durch den Brita Wasserfilter laufen lasse.


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Tipp: Die Blätter des Bogenhanfs weisen recht zügig eine Staubschicht auf. Diese lässt sich ganz einfach mit einem weichen Tuch entfernen.

3. Welches Substrat und welche Pflanzgefäße benötige ich für den Bogenhanf?

Der Bogenhanf zählt zu den wenigen Pflanzen, für die ich nicht meinen eigenen Erdmix verwende. Er bevorzugt sehr durchlässiges Substrat, sodass all meine Varianten in gewöhnlicher Kakteenerde stehen. Auch Sukkulentenerde kann für sie genutzt werden. Wichtig ist ein hoher Anteil an Mineralien und ein geringer Nährstoffgehalt.


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Bedenkt dabei, dass ihr immer Töpfe mit Abflussloch wählen solltet. Diese könnt ihr entweder in einen Übertopf stellen oder einen Untersetzer verwenden, in den das überschüssige Wasser abfließen kann. Eines verträgt der Bogenhanf nämlich ganz und gar nicht: Zu viel Feuchtigkeit. 

4. Wie oft muss der Bogenhanf gedüngt werden?

Ähnlich wie beim Gießen gilt hier: Auf keinen Fall zu viel. Im Winter dünge ich die Sansevieria – wie all meine anderen Pflanzen auch – gar nicht. Im Sommer nur etwa alle vier Wochen mit der halben Menge der empfohlenen Düngerdosis. Damit kommt er sehr gut zurecht.

5. Thema Luftfeuchtigkeit: Für die Sansevieria überhaupt relevant?

Auf manch anderen Seiten habe ich bereits gelesen, dass der Bogenhanf eine recht hohe Luftfeuchtigkeit mag. Ich persönlich muss sagen, dass ich das nicht bestätigen kann. Vor allem wenn man bedenkt, dass er ursprünglich aus sehr trockenen, heißen Gebieten kommt, scheint es mir auch nicht notwendig, ihm eine hohe Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten. Er steht bei mir weder in der Vitrine noch im Raum in der Nähe eines Luftbefeuchters und kommt selbst im Sommer bei etwa 30 Prozent Luftfeuchtigkeit in meiner Wohnung perfekt damit klar

Bogenhanf Whale Fin

6. Umtopfen und Vermehrung von Bogenhanf

Euren Bogenhanf könnt ihr sehr einfach vermehren: Im Laufe der Zeit bildet er sogenannte Rhizome, welche sich von den restlichen Wurzeln problemlos trennen lassen. Für eure neue Pflanze solltet ihr mindestens zwei bis drei Blätter von der Mutterpflanze trennen. Diese Form der Vermehrung ist die leichteste und sollte im Idealfall direkt zusammen mit dem Umtopfen der Pflanze vorgenommen werden, um die Stresssituationen auf ein Minimum zu reduzieren.

Alternativ könnt ihr das Blatt einer Sansevieria auch in mehrere Stücke a etwa fünf Zentimeter teilen. Schneidet hierfür ein Blatt dicht oberhalb der Erde ab und teil dieses in Einzelstücke (Achtung: Markiert euch in irgendeiner Form, wo oben und unten ist, damit ihr die Stücke richtig herum in die Erde pflanzt, andernfalls wächst der Bogenhanf nicht!). Sie sollten daraufhin etwa zwei Tage lang trocknen. Im Anschluss könnt ihr die Stücke zu etwa einem Drittel in Anzuchterde topfen. Bedenkt jedoch: Der Bogenhanf wächst sehr langsam. Bis ihr erste Triebe seht, können mehrere Monate vergehen.

Kann man den Bogenhanf in Wasser bewurzeln lassen?
Diese Frage ist sehr naheliegend, schließlich werden viele Ableger erst einmal in ein Wasserglas gestellt, damit das Wurzelwachstum gut beobachtet werden kann. Beim Bogenhanf ist dies jedoch nicht unbedingt empfehlenswert: Die Fäulnisgefahr ist hierbei sehr hoch, sodass euch der Bogenhanf nicht selten eingeht, ehe er überhaupt Wurzeln bildet. Auch Pilze und Algen kommen recht häufig vor.

Umtopfen müsst ihr den Bogenhanf übrigens nicht sehr häufig, da er zum einen langsam wächst, zum anderen gerne recht eng steht. Wenn ihr jedoch merkt, dass die Sansevieria keinerlei Platz mehr hat, solltet ihr das Umtopfen am besten im Frühjahr durchführen (etwa im März oder April). Topft den Bogenhanf dafür genauso tief wie zuvor in das neue Gefäß mit einem ein bis zwei Zentimeter breiteren Durchmesser ein. Kurz danach solltet ihr ihn an einen halbschattigen Ort stellen und für ein paar Tage vollends auf das Gießen verzichten, damit er sich in Ruhe an die neue Situation gewöhnen kann.

7. Kommt ein Schädlingsbefall bei der Sansevieria häufig vor?

Schildläuse kommen beim Bogenhanf recht häufig vor und sind nicht immer leicht zu erkennen. Oftmals bemerkt ihr einen Befall nur durch die klebrigen Rückstände, die sie hinterlassen, den sogenannten Honigtau. Außerdem – damit habe ich selbst jedoch noch keine Erfahrungen gemacht – soll sich auch der Dickmaulrüssler recht wohl auf dem Bogenhanf fühlen. Einen Befall erkennt ihr an Fraßspuren an den Blatträndern.

Wenn die Temperaturen zu niedrig sind und/oder die Erde zu nass ist, tritt häufig auch Wurzelfäule auf.

Wie ihr seht, ist der Bogenhanf wirklich supereinfach zu handhaben und damit sowohl für Anfänger als auch für etwas dunklere Standorte sowie für all diejenigen geeignet, die sich einfach mal nicht so viele Gedanken über das Wohlergehen ihrer Pflanzen machen möchten. Denn eines steht fest: Der Bogenhanf kommt schon irgendwie klar!

Eure Sybi

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