Lechuza im Test: Meine Erfahrungen und die Vorteile des Systems

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Wie ihr gegebenenfalls wisst, topfe ich all meine Pflanzen in meinen eigenen Erdmix ein. Dies klappt für meine Aronstabgewächse super, da die Bestandteile dafür sorgen, dass die Wurzeln „atmen“ können und die Pflanze mit allem versorgt ist, was sie benötigt. Nichtsdestotrotz wollte ich unbedingt einmal mineralisches Substrat ausprobieren: Von Pflanzen in Hydrokultur habe ich bisher so viel Gutes gehört, dass ich mich letztendlich für das Lechuza System entschieden habe und meinen Philodendron Burle Marx von Erde befreit und darin eingetopft habe. Warum ich dieses gewählt habe, wie es funktioniert und was die Vorteile von Lechuza sind, erkläre ich euch im Folgenden.

In diesem Video topfe ich den Philodendron Burle Marx in das Lechuza System um:

Lieferumfang eines Lechuza Topfes

Lechuza Töpfe gibt es in unzähligen verschiedenen Formen, Farben und Größen, sodass ich auch erst einmal ein wenig durch das Sortiment stöbern musste, um mir einen Überblick zu verschaffen. Während sich der Lechuza Mini-Deltini beispielsweise perfekt für die Anzucht junger Pflanzen eignet, ist der Classico LS 21, für den ich mich zuerst entschieden habe, eine gute Wahl für etwas größere Pflanzen. 

Lechuza System

Hier habe ich euch einen Überblick über ein paar unterschiedliche Lechuza Töpfe zusammengestellt, die mir persönlich am besten gefallen.


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Die Auswahl ist aber noch größer, sodass ihr euch ganz in Ruhe einmal umschauen solltet. Die Töpfe sind übrigens online in den meisten Fällen günstiger als im Gartencenter – zumindest meiner Erfahrung nach.


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Im Lieferumfang enthalten ist natürlich der Topf als solcher, in meinem Fall der Classico LS 21 in Weiß. Die Außenhülle verfügt über eine Art roten Sicherungsstift, den ihr herausdrehen könnt, wenn ihr den Topf im Freien einsetzen möchtet. So ist sichergestellt, dass das Wasser abfließen kann uns sich somit keine Feuchtigkeit anstaut.

Lechuza Topf

Darüber hinaus wird der Pflanzeneinsatz mitgeliefert, den ihr anhand von Griffen spielend leicht herausheben und wieder einsetzen könnt. In diesen wird das mineralische Substrat gefüllt. Am Boden des Einsatzes findet ihr Löcher, durch die nach geraumer Zeit die Wurzeln wachsen (mehr zur Funktionsweise im folgenden Abschnitt). 

Lechuza Pflanzeinsatz
Griff Lechuza System

Seitlich vom Pflanzeneinsatz befindet sich der Einfüllschacht, in dessen Mitte der Wasserstandsanzeiger gesteckt wird, der zuerst zusammengebaut werden muss (doch keine Angst, das geht spielend leicht von der Hand). 

Lechuza Wasserstandsanzeige

Mitgeliefert wird zudem das Lechuza Pon: Dabei handelt es sich um das eigens von Lechuza hergestellte mineralische Substrat, das ihr für eure Pflanzen verwenden könnt. 

Wichtig: Bei kleinen Töpfen wie dem Mini-Deltini reicht das mitgelieferte Pon aus, um den Topf komplett damit zu füllen. Bei größeren Varianten wie dem Classico LS 21 kann damit nur eine Drainage-Schicht gelegt werden. Solltet ihr also den kompletten Topf mit mineralischem Substrat füllen wollen, müsst ihr zusätzliches Pon kaufen.

Warum ich zu einer Pon-Alternative greife:

Ich selbst habe das Lechuza Pon nicht verwendet. Warum? Weil ich beim Pflanzenkanal von Detlef Römisch darauf aufmerksam wurde, dass Pon vorgedüngt ist. Gerade weil die Umgewöhnung von Erde auf mineralisches Substrat in gewisser Weise auch Stress für die Pflanze bedeutet oder weil Jungpflanzen mit direktem Düngereinsatz nicht zurechtkommen, habe ich seinen Tipp beherzigt und Vulkatec Kakteenerde Premium bestellt, die eben nicht vorgedüngt ist. Wenn ihr euch aber sicher seid, dass eure Pflanze mit dem vorgedüngten Pon zurechtkommt, könnt ihr natürlich auch darauf zurückgreifen.

Anhand der Bilder seht ihr, dass die Optik sich nur geringfügig unterscheidet:

Vulkatec vs Pon
Pon Alternative Vulkatec

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Übrigens: Pon beziehungsweise Vulkatec Kakteenerde lässt sich mehrfach verwenden. Dafür sollte es jedoch vor dem erneuten Einsatz gründlich ausgewaschen werden.

Funktionsweise von Lechuza

Wie funktioniert Lechuza aber nun? Grundsätzlich solltet ihr wissen, dass die Bewässerung langfristig anders erfolgt als ihr es bisher kennt. Über den Bewässerungsschacht werden die Pflanzen gegossen, bis der Wasserstandsanzeiger auf Maximum steht. 

Wenn die Anzeige das Minimum erreicht hat, solltet ihr jedoch nicht direkt nachgießen: In der Bedienungsanleitung von Lechuza steht, dass die Pflanze ab dann eine zwei- bis zehntägige Trockenphase durchlaufen muss, ehe sie wieder gegossen wird. Haltet diesen Zeitraum auch unbedingt ein, um Wurzelfäule zu vermeiden.

Ehe die Pflanzen jedoch über den Bewässerungsschacht gegossen werden, solltet ihr etwa 12 Wochen lang von oben gießen. Ihr müsst bedenken, dass die Pflanze ja noch gar nicht die passenden Wurzeln für die Selbstbewässerung gebildet hat und es gewohnt ist, von oben gegossen zu werden. Nach einiger Zeit seht ihr erst die feinen Wurzeln, die sich durch die Löcher am Boden des Pflanzeneinsatzes hindurchschlängeln und in das Wasserreservoir am Grund des Topfes ragen. Hier könnt ihr natürlich immer mal wieder selbstständig überprüfen, ob die Wurzeln bereits sichtbar sind. Mit diesem zugrundeliegenden System ahmt Lechuza die natürliche Form der Wasseraufnahme von Pflanzen nach und verspricht nicht zuletzt deshalb so effizient zu sein.

Ein gutes Indiz dafür, dass sich die Pflanze bereits selbst mit Wasser versorgt, ist die sinkende Wasserstandsanzeige. Doch Vorsicht: Bei warmen Temperaturen verdunstet natürlich auch einiges an Wasser, sodass man dann keine falschen Schlüsse ziehen sollte.

Wie ist das dann eigentlich mit dem Düngen?

Zugegebenermaßen messe ich nicht die Mikrosiemens nach, um den optimalen Nährstoffbedarf für meine Pflanzen zu ermitteln – shame on me. Nicht falsch verstehen: Ich finde es absolut toll, wenn man sich die Mühe macht, aber ich kann das aus Zeitgründen nicht gewährleisten.

Aus diesem Grund werde ich auf den Lechuza Langzeitdünger zurückgreifen. Es sind kleine Kügelchen, die in das Wasserreservoir gegeben werden und die Pflanze für sechs Monate mit Nährstoffen versorgen sollen. Ich werde es damit versuchen und nur dann intervenieren, wenn ich merke, der Pflanze fehlt etwas.

Tipp: Ich habe mir sagen lassen, dass der Langzeitdünger im Gegensatz zu den Töpfen im Baumarkt und/oder in Gartencentern günstiger als online zu bekommen ist. Schaut also unbedingt da mal nach!

Zimmerpflanzen in das Lechuza System eintopfen

Beim Eintopfen eurer Zimmerpflanze in den Lechuza Topf geht ihr am besten wie folgt vor:

  1. Falls eure Pflanze (wie mein Philodendron Burle Marx) vorher in Erde stand, solltet ihr diese gründlich von den Wurzeln entfernen. Es sollte wirklich so wenig Erde wie möglich daran haften, weil euch ansonsten die Wurzeln verfaulen könnten. Nutzt hierfür auf jeden Fall kalkfreies Wasser.
  2. Daraufhin füllt ihr den Pflanzeneinsatz mit dem mitgelieferten Pon oder Vulkatec Substrat ein wenig auf, sodass ihr eure Pflanze in der richtigen Höhe einsetzen könnt.
    Lechuza umtopfen
  3. Gebt eure Pflanze in das mineralische Substrat und schüttet das restliche Substrat außen herum, sodass die Pflanze einen sicheren Stand hat. Ein kleiner Messbecher hilft dabei sehr.
    In Hydrokultur umtopfen
  4. Da das mineralische Substrat sehr trocken ist, solltet ihr die Pflanze großzügig gießen. Ich habe bis „Maximum“ bewässert, um zu verhindern, dass die Vulkatec Kakteenerde den Wurzeln Wasser entzieht. Fertig!
    Lechuza gießen
Übrigens: Lechuza zeigt in eigenproduzierten Videos und in der Bedienungsanleitung, dass Pon auch lediglich als Drainage-Schicht eingesetzt werden kann. Das bedeutet konkret, dass ihr eine Schicht des Substrats am Boden des Pflanzeneinsatzes legen und den Rest mit gewöhnlicher Erde auffüllen könnt. Diese Variante probiere ich selbst nicht aus, weil damit für mich ein entscheidender Vorteil des Systems verlorengeht: Nämlich die Nicht-Anfälligkeit für Trauermücken (s. folgender Abschnitt).

Vorteile von Lechuza

Was sind aus meiner Sicht die Vorteile von Lechuza und damit auch die Gründe, weswegen ich mich für das System entschieden habe? Ganz, ganz wichtig für mich: Ich verreise sehr gerne, was sich mit meinen Pflanzen vor allem in den Sommermonaten wirklich nicht einfach gestaltet. Ich habe zwar Leute, die den Gießdienst gerne übernehmen, allerdings möchte ich sie – und auch mich selbst – ein wenig entlasten, indem ich einige meiner Pflanzen in Lechuza Töpfe setze. Der Sinn des Ganzen ist ja, dass man sie nur noch einen Bruchteil so häufig gießen muss wie Pflanzen, die in Erde stehen. Sie bewässern sich langfristig gesehen selbst und es muss nur nachgegossen werden, sobald sich das Wasserreservoir dem Ende zuneigt.

Darüber hinaus habe ich immer mal wieder Probleme mit Trauermücken. Ihr kennt die lästigen Schädlinge unter Umständen: Sie kommen vor allem dann, wenn die Pflanzen zu nass stehen, setzen sich in der Erde ab und schädigen eure Pflanzen auf die Dauer. Das Tolle an Lechuza ist, dass all die Schädlinge, die sich in der Erde niederlassen, keine Chance mehr haben. Vor Thripsen oder anderem Getier seid ihr zwar nicht gefeit, allerdings ist jede Schädlingsart weniger für mich persönlich ein echter Pluspunkt! 

Welche Pflanzen sind für Lechuza geeignet: Meine Erfahrungen

Lechuza wirbt damit, dass das System für alle Topfpflanzen funktioniert. Ich selbst kann dies natürlich (noch) nicht beurteilen, werde mich aber nach und nach durchtesten. Begonnen habe ich mit meinem ausgewachsenen Philodendron Burle Marx, der mittlerweile seit einigen Wochen im Lechuza Topf steht und damit glücklich zu sein scheint. 

Ich werde an dieser Stelle jedoch nach und nach neue Erkenntnisse und Videos hinzufügen, bedeutet konkret: Der Blogbeitrag wird von Zeit zu Zeit ergänzt. Als nächstes werden zwei Jungpflanzen in den Mini-Deltini Topf gepflanzt werden. Ich bin schon ganz gespannt auf die Entwicklung! Schaut also gerne regelmäßig vorbei. Auf meinem YouTube-Kanal wird es dazu auch Video-Updates geben.

Hier kommt ihr zu meinem YouTube-Kanal!

Mich würden sehr eure Erfahrungen mit Lechuza interessieren. Habt ihr es schon ausprobiert oder wollt ihr euch noch herantasten?

Ich finde das Konzept klasse und freue mich auf ganz viele weitere Versuche!

Liebe Pflanzengrüße,

Eure Sybi

Was dir noch gefallen könnte:

8 comments

  1. Meine Frau und ich stehen zur Zeit ebenfalls vor der Entscheidung, unsere Zimmerpflanzen auf etwas anderes als Blumenerde umzupflanzen. Dabei ist dein Artikel eine sehr gute Entscheidungshilfe. Vielen Dank für den ausführlichen Bericht.
    Liebe Grüße
    Peter

  2. Huhu, danke für deine tollen Blogbeiträge und Videos. Ich schnupper da so gerne rein und es hilft einfach sehr eine Entscheidung zu treffen. Gerade was Pon angeht, hat deine Erfahrung sehr geholfen die Pflanzen gut daran zu gewöhnen.

  3. Liebe Sybi,

    ich muss jetzt mal ein großes Danke aussprechen!
    Ich habe vor ein paar Wochen deinen Beitrag zum Substrat anmischen gelesen und diesen nachgemacht. Jetzt bin ganz gespannt, wie es Meinen Pflanzen in deinem Substrat gehen wird. Ich bin immer noch ein Pflanzenneuling und bin jeden Tag dabei etwas neues zu entdecken.
    Dein Blog hilft mir so so viel! Es ist schön, dass ich hier so gut wie immer eine Antwort auf meine Fragen finde :)!
    Ganz liebe Grüße
    Elisa

  4. Ich hätte noch eine Frage zu der „2-10 Tage Trockenphase“: muss ich diese nur einmalig nach dem Umtopfen einhalten oder immer wenn der Wassertank aufgebraucht ist?
    Also gießen – warten bis von max auf min – 2 – 10 Tage warten – wieder gießen?
    Oder immer gießen wenn der Behälter leer ist und nur nach dem ersten umpflanzen warten?
    Vielen Dank.
    Anja

    1. Ich halte diese Phase immer ein, nicht nur einmalig nach dem Umtopfen 🙂 Die genaue Dauer der Trockenphase richtet sich bei mir dann danach, wie viel die Pflanze „trinkt“ (also: wenn sie viel trinkt, ist die Trockenphase kürzer) und auch nach Jahreszeit (im Sommer lasse ich demnach weniger Tage bis zum nächsten Gießen verstreichen als im Winter). Genauer kann ich es leider nicht angeben, weil die Situation von Pflanze zu Pflanze und je nach Temperatur eine andere ist.

      Liebe Grüße

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