Indoor-Gewächshaus für Zimmerpflanzen gestalten: Endlich die perfekten Bedingungen!

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Wie lange ich nach einer passenden Möglichkeit gesucht habe, die perfekten Bedingungen für meine Zimmerpflanzen zu gewährleisten? Ewig. Denn ganz ehrlich: Meine tropischen Pflanzen fühlen sich in meiner Dachgeschosswohnung mit 30 Prozent Luftfeuchtigkeit im Sommer ganz oft alles andere als wohl. Ich denke, braune Blattspitzen und -ränder kennen viele und manchmal muss man trotz regelmäßigem Besprühen mit Wasser einfach feststellen, dass es den Pflanzen nicht genügt. 

Die Folge ist jedoch nicht nur eine unschöne Optik, sondern auch langsameres Wachstum und unter Umständen eine höhere Anfälligkeit für Schädlinge. Da ich mittlerweile auch ein paar Raritäten bei mir zuhause stehen habe und natürlich auch grundsätzlich möchte, dass sich meine grünen Freunde rundum wohlfühlen, habe ich mich an die pflanzenfreundliche Umgestaltung meines Wohnzimmers gemacht. Vielleicht sind da ja auch die einen oder anderen Tipps für euch dabei!

Hier könnt ihr die Verwandlung in Form von Bewegtbild verfolgen:

Eine kleine Info vorab: Natürlich braucht nicht jede Pflanze hohe Luftfeuchtigkeit, sehr viel Licht und Wärme. Da müsst ihr selbstverständlich selbst auf die Wachstumsbedingungen achten – in meinem Besitz befinden sich aber einige Exemplare, die diese Ansprüche stellen.

Die Ausgangssituation

Auch vor der Umgestaltung gefiel mir mein Wohnzimmer supergut: Die Kombination aus Mint und Terrakotta empfand ich immer als wunderschön und die Pflanzen auf dem Leiterregal setzten ein tolles Highlight. Die Farbe Weiß zog sich durch meine Möbel komplett durch, was ich ebenfalls sehr gerne mag.

Hier seht ihr ein Bild vor der Umgestaltung:

Gerade im Sommer sprühe ich meine Pflanzen immer mit kalkfreiem Wasser morgens und abends ein, schließlich haben sie sehr gerne eine Luftfeuchtigkeit von etwa 80 Prozent, die ich unmöglich in meiner Wohnung garantieren kann (allein aufgrund von Schimmelgefahr). Und versteht mich nicht falsch: Es gibt robuste Pflanzen, die damit ganz gut leben können (auch wenn es nicht die Optimalbedingungen für sie sind). Doch manche Varianten, vor allem Anthurien und Calatheas, aber auch ausgewählte Philodendren, zeigen mir ihre Unzufriedenheit anhand brauner Blattspitzen. Und die anderen Arten zumindest in Form von langsamem Wachstum.

Übrigens: Natürlich kann und will nicht jeder ein Gewächshaus für seine Zimmerpflanzen. Die individuelle Situation ist ja auch immer eine andere und die meisten dürften in ihrer Wohnung zumindest eine höhere Luftfeuchtigkeit als ich erreichen. Auf das Besprühen solltet ihr meinem Empfinden nach jedoch bei ganz vielen Pflanzen nicht verzichten (ist nicht bei jeder nötig, aber bei sehr vielen tropischen Pflanzen durchaus sinnvoll): Es sorgt zumindest für einen kurzen Moment für die Feuchtigkeit, die sie gerne haben und beugt Schädlingsbefall vor. Vor allem Thripse mögen es zum Beispiel sehr trocken.

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Was brauche ich für ein Indoor-Gewächshaus für meine Zimmerpflanzen?

Grundsätzlich sind für euer Gewächshaus vier Dinge notwendig: Eine hohe Luftfeuchtigkeit, Wärme, Licht und das Indoor-Gewächshaus als solches. Was ich genau genutzt habe, möchte ich euch natürlich unbedingt zeigen.

Das Terrarium vs. die Vitrine

Dieser Schritt war für mich eigentlich der schwierigste: Passende Terrarien gibt es meiner Erfahrung nach nämlich nicht wie Sand am Meer. Denn ganz ehrlich: Ich finde sie schweineteuer, wenn man mal bedenkt, dass man sie „nur“ für seine paar Pflanzen nutzen möchte. Aus diesem Grund wollte ich mir kein neues holen und habe bei eBay Kleinanzeigen gesucht und gesucht… 

Das Terrarium

Es war gar nicht so leicht ein passendes in den von mir gewünschten Maßen zu finden. Letztendlich wurde ich aber fündig und habe für mein Exemplar mit den Maßen 70x40x40 Zentimeter nur 40 Euro gezahlt. Es ist super in Schuss und dicht (darauf solltet ihr natürlich achten). Meines verfügt zudem über Schiebetüren und drei Lüftungsschlitze.

Gerade die Lüftungsschlitze sind jedoch ein Problem, weil dadurch wieder einiges an Luftfeuchtigkeit verlorengeht: Also habe ich den oberen Schlitz mit durchsichtigem Klebeband geschlossen, das überhaupt nicht auffällt. Danach habe ich die Luftfeuchtigkeit kontrolliert und festgestellt, dass sie im Terrarium recht gut gehalten wird und habe dementsprechend die anderen beiden offen gelassen. 

Terrarium

Luftfeuchtigkeit Gewächshaus

Wenn ihr ein Gewächshaus mit kleineren Maßen sucht, hat Amazon auch ein paar gute Angebote, allerdings habe ich dort nichts Preisgünstiges für meine Wünsche gefunden.

Hier ist zum Beispiel ein Terrarium mit den Maßen 40x30x30 Zentimeter:


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Die Vitrine

Mit dem Terrarium aber nicht genug: In dieses passen vor allem meine kleinen Pflanzen sehr gut und die Anzucht geht um so vieles schneller vonstatten als ohne – das konnte ich super beobachten! Ich wollte jedoch auch etwas Passendes für meine großen Pflanzen und bin über Instagram durch eine liebe Pflanzenfreundin auf die Fabrikör Vitrine von IKEA aufmerksam geworden. Sie hat sie kurzerhand als „Terrarium“ umfunktioniert, was meiner Meinung nach 1A funktioniert. Ich habe mich für das wunderschöne Dunkelblau entschieden, es gibt sie jedoch auch noch in Grau und Weiß meines Wissens. Der Vorteil ist, dass sie aus Metall besteht: Bei Holz ist eine hohe Luftfeuchtigkeit nämlich selbstverständlich keine gute Idee.

Glasvitrine Pflanzen
Luftfeuchtigkeit Pflanzen Vitrine

Es werden insgesamt drei Glasböden mitgeliefert, wobei ich nur zwei eingesetzt habe: So kann ich unten die größeren Pflanzen hineinsetzen und oben noch ein paar kleinere Varianten. Sie ist einfach ein echter Hingucker in meinem Wohnzimmer und komplettiert mit meinen neuen Kissenhüllen, dem selbstgenähten Tischläufer und den ausgetauschten Bildern nun stimmig mein neues Terrakotta-Dunkelblau-Schema.

Desenio Fotos
Selbstgenähter Tischläufer

Abschließen lässt sie sich mit einem kleinen Schlüssel und die Wände sind rundherum ebenfalls aus Glas, sodass immer ausreichend Licht hineinkommt. Perfekt!

Luftbefeuchter für eine höhere Luftfeuchtigkeit

In das kleine Terrarium kann man beispielsweise kleine Schälchen mit heißem Wasser stellen: Das verdunstete Wasser führt zu einer höheren Luftfeuchtigkeit. Meiner Erfahrung nach hält dieser Zustand jedoch nicht allzu lange an, weswegen ich mich für einen kleinen akkubetriebenen Luftbefeuchter entschieden habe.


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Der einzige Nachteil: Er schaltet sich nicht bei Erreichen der gewünschten Luftfeuchtigkeit von selbst ab. Das wäre wünschenswert, denn dann hätte man nicht direkt 99 Prozent Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus für die Zimmerpflanzen. Wenn ich den von mir gewünschten Wert erreicht habe, schalte ich ihn also immer manuell aus. Er bleibt jedoch auch über einige Stunden erhalten, bis ich mit der Prozedur von vorn beginnen muss.

In meiner Vitrine habe ich hingegen den großen Luftbefeuchter von Levoit, bei dem ich einen Wert von 80 Prozent Luftfeuchtigkeit einstellen kann. Sobald er diesen erreicht hat, schaltet er sich von selbst ab und springt wieder automatisch an, sobald 75 Prozent (also 5 Prozent unter dem eingestellten Wert) erreicht sind. Das macht das Leben natürlich um einiges leichter und funktioniert für mich perfekt. Da er strombetrieben ist, muss ich das Kabel an der Tür der Vitrine herausführen, was jedoch problemlos klappt, da genügend Luft dazwischen ist. Dies bedeutet natürlich auch, dass die Vitrine nicht annähernd so dicht ist wie das Terrarium: Ich empfinde es jedoch gar nicht als schlimm, weil der Luftbefeuchter die ganze Arbeit selbstständig übernimmt und die Werte aufgrund des geschlossenen Systems trotzdem recht gut gehalten werden für mein Gefühl. 


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Heizmatten für die nötige Wärme

Im Sommer nicht wirklich relevant in meiner Wohnung, im Winter dafür umso mehr: Heizmatten. Für mein Terrarium habe ich eine größere bestellt, die den Boden flächenmäßig nahezu abdeckt und zuverlässig beheizt. Einziges Manko: Dadurch verliert der Innenraum wiederum ziemlich stark an Luftfeuchtigkeit, sodass man ein wenig häufiger nachhelfen muss. Für die Sommermonate wird das jetzt erstmal nicht relevant sein, für den Winter überlege ich mir jedoch noch ein paar Möglichkeiten.


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In meine Glasvitrine habe ich bisher nur eine kleinere Heizmatte hineingelegt, von der jedoch eine weitere auf die untere Etage kommen wird. Ich finde sie richtig klasse, da sie spritzwassergeschützt ist und ausreichend Wärme abgibt. Auch das Kabel dieser habe ich durch die Türen der Vitrine geführt.


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Für all diejenigen, die sich wundern, ob die Strom-/Wasser-Konstruktion nicht auch mit Risiken verbunden ist: Irgendwelche Versprechen kann ich euch da natürlich nicht geben, sondern ausschließlich von meinen Erfahrungen berichten. In der Vitrine habe ich nirgends Wasser stehen, es bildet sich bei mir nur ein feiner Wasserdunst. Die Heizmatte liegt dementsprechend niemals komplett in Wasser (wofür sie auch nicht gedacht ist). Lest also immer auch die genaue Gebrauchsanweisung, um euch über mögliche Gefahren zu informieren.

Pflanzenlicht für optimales Wachstum

Für diesen Sommer werde ich erstmal noch darauf verzichten, für die dunklere Jahreszeit wird es aber nachgeholt: Pflanzenlicht. Wichtig ist, dass ihr hier auf Ausführungen mit mindestens 6.500 Kelvin zurückgreift, um das Tageslicht zu imitieren. 

Das Tolle an der Fabrikör Vitrine ist hier wiederum, dass gerade an der Rückwand eine kleine Öffnung vorhanden ist, durch die ihr das Stromkabel nach außen führen könnt. Ich werde hierfür eine Leuchtstoffröhre wählen und sie mit Montagetape fixieren. Für mein Terrarium wird es dann vermutlich ein stehendes Pflanzenlicht werden.

Loch für Stromkabel

Der Praxistest: Welche Vorteile hat ein Indoor-Gewächshaus für Zimmerpflanzen jetzt aber wirklich?

Abgesehen davon, dass die Luftfeuchtigkeit, Wärme und das Licht natürlich sehr nah an die natürlichen Bedingungen meiner tropischen Pflanzen kommen, sehe ich vor allem eines: Ein viel, viel schnelleres Wachstum! Die Wurzelbildung meiner Ableger geht so schnell vonstatten wie noch nie – sogar mein Philodendron Burle Marx Variegata, der fast dem Untergang geweiht war, hat sich vollkommen erholt und treibt überall neu aus. 

Philodendron bewurzelt
Mein Philodendron Burle Marx treibt überall neu aus.
Syngonium bewurzelt
Und auch meine Syngonium Albo Variegata reagiert auf den Standortwechsel mit unzähligen Wurzeln.

Gerade das zeigt mir natürlich, dass es wirklich funktioniert, wodurch es noch mehr Spaß macht. Ist so ein Aufwand „nur“ für Zimmerpflanzen nicht übertrieben? Für manche vielleicht. Für mich jedoch nicht: Begeisterte Pflanzenliebhaber können sicher nachvollziehen, dass es eben nicht NUR Pflanzen sind und freuen sich darüber, die idealen Bedingungen schaffen zu können. Es ist ein Hobby und wie viel Zeit und Arbeit man reinsteckt, muss natürlich jeder selbst wissen.

Ich wollte es trotzdem mit euch teilen, um dem einen oder anderen vielleicht ein wenig Inspiration zu liefern. Ich erfreue mich jeden Tag an dem wunderschönen Terrarium und meiner tollen Vitrine – auf, dass noch ganz viele neue Pflanzen einziehen und sich dort wohlfühlen werden!

Eure Sybi

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6 comments

  1. Dank deinen tollen Tipps (und die einer lieben Freundin) habe ich gerade für meine Alocasien auch eine Fabrikör gebraucht erworben und freue mich aufs einrichten :)) toller Blog! ❤️

    1. Oh, das freut mich sehr! <3 Ganz viel Spaß beim Einrichten! PS: Zum Indoor-Gewächshaus gibt es bald ein Update-Video von mir - da gibt es noch ein paar Tipps, die ich gerne mit euch teilen würde. Liebe Grüße

      1. Weiß nicht ob du es im Video gesagt hast, aber du könntest doch einfach eine Zeitschaltuhr für den kleinen Befeuchter anschließen, dann kurz ausprobieren wie oft er an sein muss und fertig 😉

  2. Hallo Sybi. Ich bin auf deinen Youtube Channel durch die Suche nach Pflegetipps für meine grünen Freunde aufmerksam geworden. In deinem Update Video sind auch Pflanzenlichter in der Vitrine zu sehen. Welche hast du da benutzt?
    Danke dir. Nicole

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