Mehrweg-Kaffeebecher to go: Warum ich mich für Recup entschieden habe

Ich hole mir unter der Woche täglich einen Coffee to go, kurz bevor ich zur Arbeit gehe. Zugegebenermaßen hatte ich mir bis vor ein paar Monaten immer Einwegbecher aus Plastik geben lassen und nie wirklich hinterfragt, wie viel Müll ich dadurch eigentlich produziere. Dann bin ich jedoch auf das Mehrweg-Kaffeebecher-System von RECUP aufmerksam geworden und habe seitdem rigoros umgestellt.

Besonders gut traf es sich, dass mich vor Kurzem Astrid und Silvia von Leckere Kekse angeschrieben und gefragt haben, ob ich Lust habe, an ihrer Blogtour zum Thema „Weniger Plastik ist mehr!“ teilzunehmen. Ich habe bereits letztes Jahr bei der Deutschlandreise-Blogtour mitgemacht und aufgezeigt, warum ich mir keinen besseren Ort als Köln als Wahlheimat vorstellen kann. Da es damals schon sehr viel Spaß gemacht hat und ich das Thema Nachhaltigkeit unheimlich wichtig und interessant finde, habe ich auch dieses Mal nicht „Nein“ gesagt. Auch wenn sich das Thema Coffee to go im ersten Moment so anhört, als könne man in diesem Bereich nicht viel bewirken, möchte ich euch im Folgenden aufzeigen, dass das komplette Gegenteil der Fall ist. Bereits an kleinen, alltäglichen Dingen lässt es sich ansetzen und der Umwelt etwas Gutes tun.

Weniger Plastik ist mehr Blogtour

Warum Mehrweg-Kaffeebecher to go die bessere Alternative sind: Die Zahlen

Wie extrem die Auswirkungen von Einwegbechern sind, wusste ich selbst nicht, bis ich mich genauer damit auseinandergesetzt habe. Das Hintergrundpapier zum Thema „Coffee to go-Einwegbecher – Umweltauswirkungen und Alternativen“ der Deutschen Umwelthilfe, die von der Stiftung Naturschutz Berlin gefördert wird, war dabei mehr als aufschlussreich.

Neben dem kunststoffbeschichteten Pappbecher selbst, der nicht selten auch noch doppelwandig ist, erhält man nach der Bestellung seines Kaffees in der Regel einen Plastikdeckel aus Polystyrol und gegebenenfalls ein Einweg-Rührstäbchen aus selbigem Material. Handelt es sich um mehrere Getränke, bekommt man oftmals auch noch einen Kaffeebecher-Halter dazu. Ihr seht schon: Die Umweltbelastung ist damit „perfekt“. Übrigens: Oftmals werden auch angeblich umweltfreundliche Einweg-Becher angeboten, die problemlos biologisch abbaubar sein und aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen sollen. Auch hier ist aber Vorsicht geboten und es lohnt sich, genauer nachzufragen, da die Herstellung solcher Becher oftmals mit einer mindestens ebenso großen Umweltbelastung einhergeht.

Nimmt man die Berechnungen der Deutschen Umwelthilfe als Grundlage, werden allein in Deutschland jährlich 2,8 Milliarden Einweg-Coffee-to-go-Becher verbraucht. Pro Stunde sind es 320.000. Nimmt man den Jahresbedarf inklusive Plastikdeckeln ergibt das einen Turm in Höhe von 300.000 Kilometern . Wem diese Angaben noch nicht genügen: In Deutschland entstehen laut diesen Berechnungen 31.000 Tonnen Abfall aufgrund von Einwegbechern und noch einmal 9.000 Tonnen durch die dazu passenden Plastikdeckel.

Warum Einweg-Kaffeebecher schlecht sind

Die Nutzung von Einwegbechern ist jedoch nicht nur mit umweltschädlichen Aspekten verbunden, sondern ist auch nicht gerade gesundheitsunbedenklich. Die in Einwegbechern enthaltenen perfluorierten Polymere lassen sich laut Deutsche Umwelthilfe nur schwer vom Körper abbauen. Dazu kommen noch sämtliche andere Stoffe, deren Auswirkungen auf unseren Körper auf lange Sicht noch nicht erforscht sind. Dies gilt selbstverständlich nicht nur für Coffee-to-go-Becher, sondern für alle industriell abgepackten Lebensmittel. Über etwaige Langzeitwirkungen werden wir gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt wissen, man muss es ja aber auch nicht herausfordern.

Wie ihr also seht: Die Müllmengen sind unfassbar hoch und es gibt wirklich mehr als einen Grund, auf Einwegbecher zu verzichten.

Meine Lösung: Mehrweg-Kaffeebecher to go von RECUP

Jeder von uns kann im privaten, kleinen Bereich etwas tun, um die hohen Müllberge zu reduzieren. Durch den Umstieg auf Mehrweg-Kaffeebecher to go fällt für mich bei meinem nahezu täglichen Gang zum Café oder Bäcker kein Abfall mehr an und auch sonst gibt es für mich persönlich keinerlei Einschränkungen, wenn man mal von dem Säubern des Bechers absieht, was ja aber kein großes Problem darstellen sollte.

RECUP Becher

Selbstverständlich könnt ihr unzählige verschiedene Mehrweg-Kaffeebecher to go verwenden: So gibt es beispielsweise Travel Mugs von Emsa, Bodum oder alfi, die ihren Dienst ebenso gut erfüllen wie ein RECUP Becher. Ich habe mich jedoch dafür entschieden, weil ich das zugrundeliegende System unterstützen möchte.

Doch was ist RECUP überhaupt?

Die reCup GbR wurde im September 2016 gegründet und ist ein deutschlandweites Pfandbechersystem für Coffee-to-go. Mittlerweile sind unzählige Städte RECUP-Partner: Welche genau das sind, könnt ihr auf dieser Karte herausfinden.

Mehrweg-Kaffeebecher to go
Mehrweg statt Einweg

In nur wenigen Schritten könnt ihr als Privatperson am RECUP-Programm teilnehmen:

  1. Ihr bestellt euren Kaffee to go bei einem RECUP-Partner im RECUP-Becher, anstatt in einem Pappbecher. Hierfür wird ein Pfand in Höhe von einem Euro für den Becher fällig.
  2. Wenn ihr einen Deckel dazu möchtet, sagt das gerne. Dieser kostet nochmal ein paar Cent extra, gehört dann aber euch.
  3. Euren Becher könnt ihr nach dem Kaffeegenuss bei jedem RECUP-Partner zurückgeben – ungespült oder gespült. Ihr erhaltet daraufhin das Pfand zurück oder könnt euch direkt einen neuen Kaffee einfüllen lassen.
Wie funktioniert RECUP

Nicht nur umweltfreundlich, sondern auch wunderschön!

RECUP Becher werden in drei verschiedenen Größen und drei Farben angeboten: Zartbitter, Cappuccino und Mint. Die Deckel sind in denselben Farben erhältlich: Ganz neu gibt es aber auch einen wunderschönen Beerenton. Zudem sind für sehr viele Städte auch ganz besondere RECUP-Becher erhältlich, auf denen jeweils der Name der Stadt und die dazugehörige Skyline zu sehen sind. 

Übrigens: Die Deckel passen auf alle drei verschiedenen Größen. Wenn ihr also einmal einen Becher zurückgegeben habt und ihn durch einen kleineren/größeren ersetzen lasst, lässt sich euer Deckel dennoch problemlos weiterverwenden.

Bedenkt außerdem: Bei sehr vielen Cafés oder Bäckereien bekommt ihr euren Kaffee auch günstiger, wenn ihr einen eigenen Mehrweg-Kaffeebecher to go mitnehmt. Es lohnt sich also für euch auf ganz vielen verschiedenen Ebenen.

Fazit: Mehrweg-Kaffeebecher to go reduzieren Abfälle, leisten einen wichtigen Beitrag hinsichtlich Klima und schützen Ressourcen

Indem Mehrweg-Kaffeebecher to go genutzt werden, spart jeder Deutsche laut den Berechnungen der Deutschen Umwelthilfe im Schnitt 34 Coffee-to-go-Becher pro Jahr (in meinem Fall sind es deutlich mehr). Dies würde in ganz Deutschland zu einer Abfallreduktion von 40.000 Tonnen führen, ganz abgesehen von der Wasserersparnis von 1,2 Milliarden Litern, die aufgrund der Herstellung von Einwegbechern zustande käme. Hinzu kommt natürlich die Reduzierung des Einsatzes unzähliger Ressourcen, die für Einwegkaffeebecher benötigt werden würden.

Ihr seht, mit dieser kleinen Umstellung könnt ihr bereits unheimlich viel bewirken: Einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, Ressourcen schützen und die Abfallmengen reduzieren. Ob ihr euch dafür einen Mehrweg-Kaffeebecher to go kauft oder ein Pfandsystem wie RECUP unterstützt, bleibt dabei natürlich vollkommen euch überlassen. Ich finde es nur unheimlich wichtig, sich diese Zahlen einmal durch den Kopf gehen zu lassen und umzudenken.

Für mehr Input zum Thema Nachhaltigkeit schaut euch gerne die folgende Liste an Bloggern im Rahmen der Blogtour zu „Weniger Plastik ist mehr!“ an. Dort findet ihr zahlreiche Buchtipps, plastikfreie Rezepte, Müllvermeidung in der Modebranche und, und, und (die Liste wird nach und nach ergänzt):

Eure Sybi

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8 comments

  1. Ich liebe diese Becher und lasse sie auch bei meinem Bäcker befüllen, auch wenn der kein Mitglied von Recup ist. Das es die Becher jetzt auch in Beere gibt, wusste ich noch gar nicht. Den muss ich mir natürlich besorgen. Klasse finde ich vor allem, dass wir keinen Müll damit produzieren.
    Lieben Gruß und danke für den tollen Beitrag
    Andrea

    1. Vielen Dank für deinen Kommentar. So sehe ich das auch, ich verlasse das Haus gar nicht mehr ohne meinen Recup Becher, weil ich mir eigentlich fast täglich einen Kaffee hole. Den Beerenton gibt es glaube ich nur bei den Deckeln, nicht bei den Bechern. 🙂

      Liebe Grüße
      Sybi

  2. Ich hätte echt nicht gedacht, dass noch soviel Einwegbecher benutzt werden. Und das sind nur die Zahlen von Deutschland. Unglaublich!
    Danke für deine Teilnahme
    Viele liebe Grüße
    Silvia

  3. toll, von dem System (Recup) hatte ich noch nicht gehört. Ich hatte einfach erstmal überhaupt auf „coffee to go“ verzichtet, um den Plastikmüll zu vermeiden. Aber jetzt weiß ich, daß es eine Alternative gibt.

  4. Liebe Sybi,

    die Zahlen sind wirklich eine Katastrophe! Man hört ja immer wieder in den Medien von den Mengen, aber sie nun so gebündelt zu erfahren, macht mich sehr traurig. Warum sind wir Menschen nur so wenig lernfähig? Und wenn wir das schon nicht alleine gemanagt kriegen, warum ist unsere Regierung so gar nicht in der Lage, da schnell einzugreifen? Das Verbot von Strohhalmen und Plastikbesteck ist doch ein Witz bei diesen Zahlen.

    Danke, dass Du dir so viel Mühe mit dem Zusammentragen der Fakten gemacht hast. Ich hoffe, diesen Beitrag lesen sehr viele Kaffeetrinker!

    Liebe Grüße
    Astrid

    1. Danke für dein nettes Feedback, Astrid 🙂
      Da sagst du was… es gibt noch unendlich viel Handlungsbedarf und ich hoffe immer noch, dass da bald ein großes Umdenken stattfinden wird. Wenn wir das als Einzelpersonen durchziehen, ist das natürlich super, aber da müssen auch Regulierungen von oben her.

      Liebe Grüße

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